Current track
Title Artist


Vereine in der Region stecken in der Krise - die neue welle hilft

Karlsruhe (lk) - Was wären wir ohne unsere Vereine in der Region? Ohne die Blaskapelle auf dem Feuerwehrfest, die Stimmung macht? Oder ohne die Sportvereine, die ehrenamtlich das Bier zapfen? Ohne den alljährlichen Karnevalsumzug, ohne Jugendfreizeiten, ohne das Tennisturnier am Wochenende, das vom Ärger im Büro ablenkt und die Liste geht gerade so weiter. Doch wegen Corona stehen jetzt viele Vereine kurz vor dem Aus – die meisten Feste fallen aus und somit auch die Haupteinnahmequelle der Vereine. Viele Vereine kämpfen auch gegen den Mitgliederschwund. Diese Woche lernen Sie bei uns Vereine aus unserer Region kennen, die unser Leben schöner machen.

Foto: Symbolbild/Pixabay

Hobby-Vereine in der Krise

Egal ob Sport, Modellbau, Naturschutz oder Karneval - die meisten Menschen bei uns in der Region sind Mitglied in einem Verein. Dort trifft man Freunde, findet einen Ausgleich zur Arbeit und kann seinem liebsten Hobby nachgehen. Doch Corona hat das Vereinsleben in eine tiefe Krise gestürzt. Viele Vereine stehen vor dem Aus, denn durch fehlende Vereinsfeste fällt die Haupteinnahmequelle weg. Viele Vereine kämpfen zusätzlich mit sinkende Mitgliederzahlen. Und weil das Engagement in Vereinen meist ehrenamtlich ist und die Vereine keine Angestellten haben, bekommen sie in diesen schwierigen Zeiten auch keine Unterstützung vom Staat. Um ihnen trotzdem Hilfe und Aufmerksamkeit zu schenken, stellen wir von der neuen welle diese Woche täglich in der Morgenshow verschiedene Vereine aus der Region vor.

Dampflokfreunde Karlsruhe

Eigentlich würde jetzt die kleine Eisenbahn der Dampflokfreunde in Bulach ihre Runden drehen. Doch wegen Corona stehen momentan die Bahnen still. Hinter den Dampflokfreunden steht aber noch viel mehr als die kleine Gartenbahn. Es ist ein Modellbauverein, der die Technik der Dampfmaschine für die kommenden Generationen aufrecht erhält. Die Lokomotiven werden selbst gebaut und mit Kohle befeuert. Damit leistet der Verein einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Mechanik bei Kindern. Erlebbar wird das durch öffentliche Fahrtage gemacht. Der Verein deckt durch die Einnahmen an diesen Fahrtagen einen Großteil der laufenden Kosten, wie beispielsweise die Instandhaltung des Gleisnetzes. Zwei große Fahrtage sind in diesem Jahr schon Corona zum Opfer gefallen, aber der nächste steht am 02. August von 10:00 bis 17:00 Uhr an. Schnappen Sie sich Ihre Kinder, kaufen Sie eine Fahrkarte und lassen Sie gerne auch eine kleine Spende da, um den Dampflokfreunden Karlsruhe in dieser schweren Zeit helfen.

Indianerfreunde Karlsruhe

Einmal zurück in den Wilden Westen reisen, die Indianische Kultur erleben, Ritualtänze ums Feuer machen und Pfeil und Bogen schießen - so oder so ähnlich geht das eigentlich bei den Indianerfreunden Karlsruhe. Sie pflegen Tradition und Brauchtum des indianischen Glaubens und bringen diesen auch Kindern spielerisch näher. Auf dem Gelände im Oberwald können Tipis aufgebaut, Gegenstände gefertigt und Kleider der Indianer getragen werden. Der Grundgedanke ist möglichst authentisch und traditionell die Indianerkultur nachzustellen. Ganz besonders steht auch die Verbundenheit zur Natur im Fokus. Dadurch kann das Leben vor der Industrialisierung und Technisierung erlebt werden. Durch Corona konnten in diesem Jahr bislang aber noch keine Festivitäten, Veranstaltungen oder Tagungen stattfinden. Allerdings gibt es auch positive Seiten: während Corona waren viel mehr Jogger und Radler im Oberwald, mit denen die Indianerfreunde in Kontakt kommen konnten. Die Indianerfreunde Karlsruhe freuen sich am meisten über neue Mitglieder, aber auch Spenden sind willkommen.

Mundharmonika Orchester Knittlingen

Beim Mundharmonika Orchester Knittlingen finden sich alle möglichen Menschen zusammen, vom Unternehmer, über den Verwaltungsangestellten bis hin zum Zahnarzt. Neben dem gemeinsamen Musizieren stehen soziale Kontakte und Kameradschaft im Mittelpunkt. Darum gibt es auch regelmäßige Aktivitäten, Freizeiten und Wanderungen, aber auch zahlreiche Feste. Ende Mai musste das große Fauststadtfest ausfallen und dem Verein sind dringend benötigte Einnahmen durch die Bewirtung weggefallen. Das hat tiefe Löcher in die Vereinskasse gerissen. Außerdem hat das Orchester seit vielen Jahren seinen Probenraum im "Alten Festsaal" der Dr.-Johannes-Faust-Schule in Knittlingen. Durch den Lockdown im März konnte plötzlich nicht mehr geprobt werden. Leider gelten Musiker von Blasinstrumenten zu den Verlierern bei Corona. Sie dürfen inzwischen nur unter ganz strengen Hygieneauflagen wieder proben. Alle Auftritte und Konzerte mussten ausfallen. Trotzdem blickt der Verein positiv in die Zukunft. Denn schon seit Jahren kommen neue Mitglieder hinzu. Momentan gibt es zwei Kinder- und Jugendgruppen. Ein Großteil dieser Kinder und Jugendlichen wechselt dann später ins große Orchester.

TV Neuthard

Ganz unter dem Motto von Turnvater Jahn "frisch, fromm, fröhlich, frei" ist im Jahr 1923 der Turnverein Neuthard gegründet worden. In fast 100 Jahren Vereinsgeschichte ist viel passiert, doch nichts hat den Verein so sehr gebeutelt wie Corona. Neben Handball, Turnen und Leichtathletik gibt es auch Boule und verschiedene Freizeit- und Gesundheitssportarten. Zwischen März und Juli lag das Training bei vielen Sportlern entweder ganz brach, oder es konnte nur einzeln trainiert werden. Und auch die persönlichen Kontakte waren eingeschränkt. Inzwischen können die Handballer wieder üben und hoffen auf den Saisonstart im September. Größte Einnahmequelle ist neben den Mitgliedsbeiträgen das "Handball Hossa Turnier", das in diesem Jahr leider ausfallen muss. Umbaukosten belasten die Vereinskasse zusätzlich, doch glücklicherweise gibt es noch Zuschüsse und Rücklagen. Aber natürlich freut sich der Verein auch über Spenden. Und spätestens zum traditionellen Weihnachtsmarkt hofft der TV Neuthard wieder auf zahlreiche Besucher und natürlich auch auf gute Umsätze. Sonst könnte es ganz schön knapp werden.