Über 10.000 Freiwillige wollen Impfzentren im Südwesten unterstützen

Karlsruhe/Stuttgart (dpa/lk) - Über 10.000 freiwillige Helfer haben sich landesweit in Baden-Württemberg für den Einsatz an Impfzentren gemeldet. Die Resonanz sei überwältigend und zeige die große Hilfsbereitschaft in der aktuellen Situation, sagte Regierungspräsidentin Sylvia Felder in Karlsruhe. Die vier Regierungspräsidien im Land übernehmen die Koordination der Meldungen und leiten diese an die Betreiber der örtlich zuständigen Impfzentren weiter.

Foto: Symbolbild/Auwärter

Verzögerungen bei Rückmeldung

Die Behörden bitten die Freiwilligen um Verständnis dafür, dass es aufgrund der großen Resonanz und den organisatorischen Herausforderungen beim Aufbau der Zentren derzeit zu Verzögerungen bei der Rückmeldung kommen kann. Grundsätzlich erfolge eine Kontaktaufnahme unmittelbar durch die Impfzentren, falls dort ein entsprechender Unterstützungsbedarf bestehe. "Allerdings wird der Impfprozess noch eine lange Zeit andauern, so dass auch eine spätere Kontaktaufnahme nicht ausgeschlossen ist." Die anhaltenden Engpässe bei der Impfstofflieferung bringen auch den Zeitplan der baden-württembergischen Impfkampagne durcheinander.

Startschwierigkeiten beheben

Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat am Freitag jedoch versprochen, die "Startschwierigkeiten" beim Impfen gegen das Coronavirus so schnell wie möglich zu beheben. Der Grünen-Politiker sieht aber vor allem den Bund in der Pflicht. "Natürlich ruckelt es am Anfang bei einem Projekt dieser Größenordnung auch mal", sagte der Grünen-Politiker. "Klar ist: Der Bund muss bei Beschaffung, Produktion und Verteilung der Impfstoffe beschleunigen." Das habe die Bundesregierung den Ländern am Dienstag zugesagt.

Impfungen gut angelaufen - Hotline funktioniert

Trotz der vergleichsweise geringen Impfquote im Südwesten sagte Kretschmann: "Die Impfungen in unserem Land sind gut angelaufen. Die Hotline funktioniert. Die Anrufe werden sorgsam bearbeitet. Und die Impftermine werden zügig vergeben." Zunächst könnten sich nur die Menschen impfen lassen, die das höchste Risiko für einen schweren Verlauf hätten oder ein besonderes berufliches Risiko trügen. Er warb dafür, sich über den historischen Erfolg zu freuen, dass der Impfstoff so schnell entwickelt werden konnte - "statt immer nur das Haar in der Suppe zu suchen". Es sei richtig gewesen, bei der Beschaffung der Impfstoffe nicht national, sondern europäisch vorzugehen. "Was wäre das denn für ein Signal gewesen, wenn wir nur an uns gedacht und den Schweden oder den Griechen oder den Polen oder den Spaniern den Impfstoff weggeschnappt hätten? Ganz nach dem Prinzip „Deutschland first“?"

Kritik an Impfstoffbeschaffung

In den vergangenen Tagen war breite Kritik an der Strategie der Bundesregierung und auch der Länder für das Beschaffen, Verteilen und Spritzen der Impfdosen laut geworden. Oppositionspolitiker und Landespolitiker hatten Gesundheitsminister Jens Spahn vorgeworfen, dass der Impfstart schlecht laufe und er dafür verantwortlich sei.

Kreisimpfzentren gehen erst am 22. Januar an den Start


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