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Achtung: Zecken-Gefahr in der Region

Karlsruhe/Stuttgart (dpa/ass) Das feucht-warme Wetter lässt den Gemeinen Holzbock - die in Deutschland häufigste Zeckenart - regelrecht gedeihen, da es sie vor dem Austrocknen schützt. Zudem gilt die Region als Risikogebiet. Aufpassen lohnt sich!

Symbolbild: Pixabay

Klein, aber gemein

"In einigen Gebieten beobachten wir eine sehr hohe Zecken-Aktivität", sagt die Stuttgarter Forscherin Ute Mackenstedt. Von Ende Juli an rechnet die Professorin der Uni Hohenheim aber mit einer nachlassenden Aktivität der lästigen Blutsauger. Denn wenn es trocken wird, ziehen sich die Zecken in feuchtere Wälder zurück. 

Baden-Württemberg zählt als Risikogebiet

Bayern und Baden-Württemberg gelten als Risikogebiete. Doch regional und je nach Jahr gibt es große Unterschiede: So sank im Jahr 2019 im Ortenaukreis die Zahl der Frühsommer-Meningoenzephalitis-Fälle (FSME) auf zehn. Im Vorjahr waren es 35 Fälle. Doch Mackenstedt betonte: "Viele Zecken heißt nicht gleich viel FSME." So war nach dem Rekord-Zeckenjahr 2018 mit bundesweit 607 FSME-Erkrankungen 2019 die Zahl trotz gleicher Zecken-Aktivität auf 462 Erkrankungen gesunken. Die Zahl der Tiere, die den Borreliose-Erreger in sich tragen, wird hingegen flächig auf bundesweit zwischen zehn und 40 Prozent geschätzt. "Zecken infizieren sich an Nagetieren und können es dann weiter übertragen", so die Wissenschaftlerin. Gegen FSME kann man impfen, gegen Borreliose nicht. Letztere lässt sich aber mit Antibiotika behandeln.

Vorsicht vor der Braunen Hundezecke 

Eine vom Spaziergang ins Heim geschleppte Zecke ist normalerweise kein Grund zur Panik: Laut Mackenstedt können Zecken im trockenen Haus nicht lange überleben. Es sei denn, es handelt sich um eine Braune Hundezecke, die aus südlichen Ländern stammt und mit Hunden nach Deutschland eingeschleppt wird. "Diese Zecke ist an Trockenheit angepasst und kann in Wohnungen überleben", so die Wissenschaftlerin. Wer sie im Haus hat, hat ein Problem: "Es können sich hohe Zeckenzahlen entwickeln, die nur durch den Kammerjäger wieder entfernt werden können." Mackenstedt ermutigt Betroffene, verdächtige Exemplare - am besten lebendig - in einem verschlossenen Gläschen an ihr Institut in Hohenheim zu senden.