Kaum Chancen für Lockerungen: Wie geht es weiter mit dem Teil-Lockdown?

Berlin/Stuttgart (dpa/bo) - Am Montag wollen sich Kanzlerin und Ministerpräsidenten zum weiteren Vorgehen beraten und eine deutschlandweite Zwischenbilanz des Teil-Lockdowns ziehen. Mit Lockerungen ist kaum zu rechnen - auch wenn eine Mehrheit der Deutschen das befürworten würde. Es stellt sich also die Frage: Wie geht es weiter mit dem Teil-Lockdown?

Foto: Andreas Arnold/dpa

Wirtschaftsminister Peter Altmaier sieht noch keine wesentlichen Erfolge des Teil-Lockdowns: "Zur Zwischenbilanz gehört auch, dass die Infektionszahlen nach wie vor viel zu hoch sind", sagte der CDU-Politiker der "Bild am Sonntag" laut Informationen der dpa. "Trotz aller Anstrengungen ist eine Wende zum Besseren noch nicht erreicht." Für das Öffnen von Restaurants und Kinos sehe er daher wenig Spielraum. "Wir werden zumindest in den nächsten vier bis fünf Monaten mit erheblichen Vorsichtsmaßnahmen und Einschränkungen leben müssen."

Mehrheit der Deutschen wünscht sich Öffnung von Gastro und Kultureinrichtungen

Gerade die Schließung von Gastronomie und Kultur führt zu einer deutlichen Reduzierung der Kontakte. Eine Mehrheit der Menschen in Deutschland sprach sich in einer Umfrage allerdings dafür aus, dass im Dezember Restaurants und Kultureinrichtungen wieder öffnen dürfen. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar für die "Bild am Sonntag" gaben demnach 78 Prozent der Befragten an, dass Restaurants im Dezember wieder öffnen sollten. Eine Öffnung von Kultureinrichtungen würden 68 Prozent begrüßen.

Schulunterricht in Gaststätten?

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat Schul-Unterricht in geschlossenen Gaststätten und Hotels vorgeschlagen, um die Abstandsregeln besser einhalten zu können. "In Klassenräumen ist es oft schwer, den ausreichenden Abstand einzuhalten", sagte der CDU-Politiker laut Informationen der dpa der "Bild am Sonntag". "Ich würde es begrüßen, wenn der Unterricht deshalb auch zum Beispiel in Gemeindezentren, Kulturhäusern oder in den ungenutzten Räumen von Gaststätten und Hotels stattfinden würde."

Regelungen für Weihnachten weiterhin unklar

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann machte Lockerungen der Corona-Kontaktbeschränkungen für Weihnachten von deutlich sinkenden Infektionszahlen abhängig. "Bei den Maßnahmen, die wir getroffen haben, geht es darum, die Infektionswelle zu brechen, erst, wenn uns das gelingt - und zwar auf durchschlagende Weise -, können wir darüber sprechen, wie wir Weihnachten gestalten", sagte der Grünen-Politiker laut dpa der "Augsburger Allgemeinen".

Kretschmann will Corona-Warn-App nachschärfen

Die Corona-Warn-App hat nach Ansicht  Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann noch immer Mängel und sollte deshalb nachgebessert werden. "Nach der ersten Auswertung können wir festhalten: Die App ist eine gute Ausgangsbasis, aber sie schöpft ihr Potenzial nach meinem Eindruck bislang bei weitem nicht aus, vor allem bei der Kontaktnachverfolgung", sagte der Grünen-Politiker den "Stuttgarter Nachrichten" und der "Stuttgarter Zeitung" am vergangenen Samstag.
Bei der Videokonferenz der Länder-Regierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel an diesem Montag will Kretschmann deshalb einige Vorschläge dazu machen.


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