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Stadt Karlsruhe diskutiert Geld-Zuschuss für Hundeführerschein-Inhaber

Karlsruhe (as) Erst Ende Oktober haben zwei Rottweiler in Forst ihr  eigenes Herrchen angefallen und schwer verletzt. Nach solchen und ähnlichen Biss-Vorfällen fordern viele Experten wie zum Beispiel die Tierrechtsorganisation PETA oder auch der Deutsche Tierschutzbund regelmäßig einen verpflichtenden Hunde-Führerschein (Befähigungsnachweis zur Hundehaltung) für Baden-Württemberg. Die Stadt Karlsruhe ringt seit Jahren darum, bei erfolgter Prüfung eine Erleichterung bei der Hundesteuer einzuführen. Erfahrungen aus anderen Städten sprechen dagegen. Jetzt gibt es einen neuen Ansatz, der heute (Dienstag) im Karlsruher Hauptausschuss erörtert wird. 

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Immer wieder Hunde-Angriffe in der Region

"Das Problem ist am anderen Ende der Leine" - dieser Satz wird gern auf Hundebesitzer angewandt, die ihr Tier nicht im Griff haben, nicht artgerecht halten oder einfach nicht so erziehen, dass es in der Öffentlichkeit nicht für Ärger sorgt. Erst Ende Oktober war in Forst ein Autohändler von seinen eigenen Hunden angegriffen und schwer verletzt worden. Mitte August war in Rastatt ein Hund auf eine Radlerin losgegangen und beim Angriff eines nicht angeleinten Hundes auf ihren Liebling die Besitzerin verletzt worden. Stehen solche Biss-Attacken in der Presse, wird jedes Mal der Ruf nach der Hundeführerschein-Pflicht laut.

In Karlsruhe Hundeführerschein-Anreize schaffen?

Als Anreiz dafür bringt die Politik immer wieder Vergünstigungen bei der Hundesteuer ins Spiel - in Karlsruhe zuletzt 2016. Der Gemeinderat hat das "Geldgeschenk" bislang wegen mangelnder Erfolgsaussichten am Beispiel anderer Städte abgelehnt. Schließlich will man die Hundehaltung in der Stadt wegen des Aufwands und Konfliktpotentials durch die Tiere nicht fördern, sondern eher eindämmen. Im Karlsruher Hauptausschuss wird heute (Dienstag) ein Antrag mit einem anderen Ansatz diskutiert. Demnach sollen Hundehalter, die einen Hundeführerschein abgelegt haben, einen 200-Euro-Zuschuss bekommen - als Pilotprojekt für zwei Jahre, dann wird neu bewertet.  Das Ergebnis aus dem Hauptausschuss muss dann in den Gemeinderat.

So kommt man an den Hundeführerschein

Viele Experten befürworten einen Hundeführerschein. Grund: Mehr Sicherheit für die Öffentlichkeit (insbesondere für Kinder) und mehr Sachverstand bei der Tierhaltung. Das würde zum Beispiel auch Tierheime mehr entlasten.  Noch ist ein Hundeführerschein in Baden-Württemberg freiwillig.  An den kommt man ähnlich wie beim Autoführerschein: Dafür muss der Halter eine theoretische und eine praktische Prüfung ablegen. In der Theorie wird das Wissen zum Tier getestet mit Multiple Choice Fragen, also zum Beispiel aus den Bereichen

  • die Kommunikation mit dem Hund
  • die Erziehung bzw Ausbildung des Tieres
  • Haltungs-Bedingungen und Pflege
  • gesunde und artgerechte Ernährung
  • Hunde-Gesundheit

Die erfolgreiche theoretische Prüfung ist Voraussetzung für die praktische Prüfung. Dabei werden Halter und Hund in Alltagssituationen gebracht und überprüft, wie Hund und Herrchen oder Frauchen reagieren. Sichergestellt wird bei der Prüfung, dass der Hund keine Bedrohung oder Gefahr für andere darstellt. Aber auch, ob der Halter vorausschauend agieren kann und wie die Beziehung zwischen Herrchen /Frauchen und Tier ist.  Außerdem muss ein Hund die Grundkommandos (Sitz, Platz etc) beherrschen und an der Leine gehen können. Vor der Anmeldung zum Hundeführerschein müssen z.B. über Hundeschulen oder den Verband (VDHBW) Praxisstunden nachweisen.