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Internationaler Frauentag: immer noch Lohngefälle zwischen Frauen und Männern

Karlsruhe/Pforzheim/Germersheim (pm/lk) - Sie arbeiten genauso lang, ziehen aber beim Verdienst den Kürzeren: Frauen, die im Landkreis Germersheim eine Vollzeit-Stelle haben, verdienen rund 1.200 Euro weniger im Monat als ihre männlichen Kollegen. In Karlsruhe beträgt der Unterschied rund 750 Euro, in Pforzheim gibt´s 700 Euro weniger. Darauf weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten anlässlich des Internationalen Frauentags am 08. März hin.

Foto: Symbolbild/pixabay

Frauen verdienen rund 20 Prozent weniger

Die NGG beruft sich auf aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Danach liegt das durchschnittliche Vollzeit-Einkommen von Frauen im Kreis Germersheim aktuell bei 2974 Euro im Monat – Männer mit der gleichen Arbeitszeit kommen auf 4164 Euro. Das macht einen Unterschied von 29 Prozent. Im Landkreis Karlsruhe erhalten Frauen 2.905 Euro im Monat, Männer dagegen 3.657 Euro. Hier liegt der Unterschied bei 21 Prozent. Und auch in Pforzheim sieht es düster aus - da erhalten Frauen aktuell durchschnittlich 2.978 Euro im Monat, Männer immerhin 3.670 Euro. Eine Differenz von 19 Prozent.

NGG warnt: Renten in Gefahr

„Es kann nicht sein, dass Frauen auf dem Arbeitsmarkt noch immer so stark benachteiligt sind. Viele Unternehmen in der Region nutzen das Lohngefälle aus, obwohl sie mehr zahlen müssten“, kritisiert Elwis Capece von der NGG-Region Mittelbaden-Nordschwarzwald. Besonders problematisch sei die Situation in frauendominierten Berufen – etwa im Service einer Gaststätte oder im Verkauf einer Bäckerei. Wenn hier nicht nach Tarif gezahlt werde, träfen niedrige Löhne häufig auf Teilzeitjobs und befristete Stellen. „Die Folge sind geringe Einkommen und im Alter Mini-Renten, die Frauen dann beim Amt aufstocken müssen“, so Capece.

Kluft bei Teilzeitstellen noch größer

Bezieht man Teilzeitstellen und Minijobs in die Rechnung ein, wird die Kluft noch größer. Denn hier arbeiten mehr Frauen als Männer. Zugleich sind die Löhne im Schnitt deutlich niedriger. Das zeige sich gerade im Gastgewerbe: Nach Angaben der Arbeitsagentur werden weit über die Hälfte aller Teilzeit- und Minijobs in der Branche von Frauen erledigt (73 Prozent in Germersheim, 67 Prozent in Karlsruhe, 59 Prozent in Pforzheim).

Forderung an Unternehmen und Politik

Die NGG fordert die Unternehmen auf, die unterschiedliche Bezahlung von Frauen und Männern in vergleichbaren Positionen zu beenden. Auch die Politik sei gefordert. „Statt immer neuer Lippenbekenntnisse zum Frauentag brauchen wir einen gesetzlichen Anspruch auf gleiches Geld für gleichwertige Arbeit, der Wirkung zeigt und in den Betrieben zwingend umgesetzt werden muss. Alles andere ist im Jahr 2020 von vorgestern“, so Capece.