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"Nicht verdient" - Polizeigewerkschaft äußert sich zur heftigen Kritik am Einsatz beim Lokalderby

Karlsruhe/Stuttgart (pm/bo) Nach der Kritik an dem Polizeieinsatz beim Lokalderby zwischen dem VfB und dem KSC in Stuttgart äußert sich nun die Gewerkschaft der Polizei dazu. In einer offiziellen Pressemitteilung heißt es, man könne die Kritik an der Stuttgarter Polizei nicht nachvollziehen.

Symbolbild: Fotolia

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Gewerkschaft der Polizei nimmt öffentlich Stellung

Nach der Niederlage des Karlsruher SC gegen den VfB Stuttgart hatten die Karlsruher Fans und die Landesvereinigung Baden in Europa e.V. heftige Kritik am Polizeieinsatz in Stuttgart geübt. Nun hat die Gewerkschaft der Polizei öffentlich Stellung diesbezüglich genommen.
„Dies kann die Gewerkschaft der Polizei nicht nachvollziehen,“ heißt es in den ersten Sätzen einer Pressemitteilung, die die Gewerkschaft der Polizei nun veröffentlicht hat. „Wer sich noch an die letzte Begegnung im Jahre 2017 erinnern kann, wo aus dem Gäste-Block massiv Pyrotechnik und Rauchbomben abgebrannt wurden, wodurch es über 20 teilweise schwer verletzte Polizeibeamte gab und die Partie deshalb kurz vor dem Spielabbruch stand, erlebte dieses Mal ein friedliches Fußballspiel, bei welchem der Sport im Mittelpunkt stand.“, so der Landesvorsitzenden Hans-Jürgen Kirstein.

“Die Polizei hat richtig reagiert”

Dieses friedliche Spiel habe man der Stuttgarter Polizei zu verdanken, heißt es weiter. Bereits im Vorfeld der als Hochrisikospiel eingestuften Begegnung sei unmissverständlich kommuniziert worden, dass bei Gewalt gegen Personen und Sachen kein Fußballspiel zu sehen sein würde. „Wer auf Polizeibeamte mit Böllern und Baustellenabsperrmaterial wirft, oder versucht eine Polizeiabsperrung zu überrennen, hat die rote Linie überschritten. Die Polizei hat deshalb aus Sicht der Gewerkschaft der Polizei folgerichtig und wie angekündigt reagiert“, so die Meinung der Polizeigewerkschaft.

Betroffene unverdächtige Fans

Zum Verhalten der Stuttgarter Polizei gegenüber unverdächtiger Karlsruher Fans äußert sich die Gewerkschaft ebenfalls: Möglicherweise seien auch passiv verhaltene Fußballfans von den polizeilichen Maßnahmen betroffen gewesen, heißt es in der Mitteilung. „Wer sich aber in dieser Situation trotz mehrfacher Ansage nicht von den Gewalttätern distanziert und ihnen mit ihrer Anwesenheit eventuell sogar noch Deckung gibt, muss damit rechnen, dass diejenigen von den polizeilichen Maßnahmen betroffen sein können.“ Auch zurückgebliebenes Vermummungsmaterial am Kontrollort spreche für sich. „Die Kolleginnen und Kollegen gewährleisteten mit ihrer unermüdlichen Einsatzbereitschaft die Sicherheit und Ordnung des Fußballspiels und seiner Gäste, wofür ihnen Dank und Anerkennung gebührt.“, ergänzt Kirstein abschließend.

Fanhilfe veranstaltet Infoabend

Die Fanhilfe ruft die betroffenen Fans dazu auf, Gedächtnisprotokolle, Fotos und Videos an sie zu schicken, um die Klage zu unterstützen. Zudem veranstaltet die Fanhilfe einen Infoabend am kommenden Montag im Fanzelt am Wildparkstadion – dort soll auch ein Anwalt vor Ort Auskunft über die aktuelle Lage geben (weitere Infos gibt es hier).