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Corona, Brexit & Co.: Turbulente Zeiten für unsere Wirtschaft

Ein boomender Arbeitsmarkt und Mehreinnahmen durch Steuern – eigentlich, so der erste Eindruck, könnte es sich Deutschland recht bequem machen. Auch in Sachsen boomt die Wirtschaft. Am Horizont sind allerdings schon seit einiger Zeit auch dunkle Wolken zu erkennen. Gerade durch den Brexit, die Sanktionen Richtung Nord Stream Pipeline und der Streit zwischen den USA und China setzen die Weltwirtschaft unter Druck. Kann es ihr gelingen, sich aus dieser Umklammerung zu befreien?

Foto: goodluz– 203913095 / Adobe Stock

Ein boomender Arbeitsmarkt und Mehreinnahmen durch Steuern – eigentlich, so der erste Eindruck, könnte es sich Deutschland recht bequem machen. Auch in Sachsen boomt die Wirtschaft. Am Horizont sind allerdings schon seit einiger Zeit auch dunkle Wolken zu erkennen. Gerade durch den Brexit, die Sanktionen Richtung Nord Stream Pipeline und der Streit zwischen den USA und China setzen die Weltwirtschaft unter Druck. Kann es ihr gelingen, sich aus dieser Umklammerung zu befreien? Oder werden die Akteure am Ende dafür sorgen, dass dem globalen Handel sogar die Puste ausgeht?

Deutsche Wirtschaft wächst kaum noch

Wichtigster Gradmesser für die wirtschaftliche Entwicklung ist immer noch das Wirtschaftswachstum. Die Prognosen sehen hier alles andere als rosig aus. Während die deutsche Wirtschaft in den Jahren 2017 und 2018 noch deutlich zugelegt hat – mit 2,5 Prozent bzw. mit 1,5 Prozent – sind die Zahlen aus dem zurückliegenden Jahr 2019 fast schon ein Absturz. Mit 0,6 Prozent hat sich das Wachstum der deutschen Wirtschaft auf einem Niveau gezeigt, auf dem es zuletzt 2013 war. Diese Entwicklung bereitet Ökonomen gewisse Sorgen.

Verkehrte Welt: Außenhandel lahmt, Konsum als Konjunkturmotor

Gerade im Außenhandel sind die Belastungen deutlich zu spüren. Internationale Auseinandersetzungen oder dass Großbritannien der EU den Rücken zugewandt hat, sind mit für die schwächelnde Konjunktur verantwortlich. Doch es hätte noch deutlich schlimmer kommen können. Denn nach wie vor sind es die Verbraucher, welche die Wirtschaft stützen und am Laufen halten. Aufgrund der stabilen Arbeitsmärkte und in den letzten Jahren gestiegenen Löhnen ist die Konsumlaune derzeit auf einem hohen Niveau.

Der private Konsum treibt am Ende die Wirtschaft an. Es gibt zudem noch einen Sektor, welcher der Wirtschaft Impulse verleiht: der Immobilienmarkt. Durch den anhaltenden Boom im Bausektor kann sich das positive Wachstum der Wirtschaft noch behaupten – auch wenn es inzwischen sehr schmal ausfällt. Hierbei stellt sich natürlich die Frage, wie lange die Bundesrepublik und einzelne Bundesländer wie Sachsen noch an diesem Tropf hängen können.

Handelskrieg, Brexit und Co.: Geopolitische Faktoren

Dass die deutsche Wirtschaft über ein mageres Wachstum nicht hinausgekommen ist, liegt an ganz unterschiedlichen Faktoren. Einige sind selbst für Verbraucher offensichtlich, da sie aktuell in Nachrichtensendungen und den Printmedien dominieren. Andere Aspekte – gerade im Bereich der Rohstoffversorgung – spielen sich eher im Verborgenen ab. Welche Punkte machen es der Wirtschaft aktuell geopolitisch schwer?

Der Brexit: Die Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft

Am 31. Januar hat sich Großbritannien aus der EU verabschiedet. Nach einem umstrittenen Referendum wurde das Datum für den Brexit mehrfach verschoben. Seitens vieler Kontinentaleuropäer wird mit Spannung erwartet, wie sich die Verhandlungen über ein Handelsabkommen entwickeln. Bis Ende 2020 gilt eine Übergangsfrist.

Diese sieht vor, dass viele bisherigen Regeln immer noch für das Verhältnis zwischen der EU und Großbritannien gelten. Angesichts der Schwierigkeiten bei den Brexit-Verhandlungen scheinen viele Europäer damit zu rechnen, dass auch beim Handelsabkommen die Verhandlungsführer Großbritanniens sich die Rosinen aus dem Kuchen picken wollen. Der No-Deal-Brexit ist angesichts einer solchen Entwicklung nicht vom Tisch, sondern wieder einmal nur verschoben.

Von einem Ausscheiden ohne Abkommen sind:

  • Außenhandel
  • Freizügigkeit

betroffen. Das heißt: In der EU gilt die Arbeitnehmer-Freizügigkeit. Letztere fiele in diesem Fall weg. Dies würde nicht nur deutsche Staatsbürger mit einem Job in Großbritannien treffen, sondern auch Briten in Deutschland. Damit könnten Wissenschaft und Wirtschaft einen Teil ihrer Arbeitskräfte verlieren. Betroffen wäre hiervon auch Sachsen, da sich einige Regionen, wie zum Beispiel Leipzig, zu Hochtechnologie-Standorten entwickelt haben.

Autoindustrie wäre vom Brexit besonders betroffen

Besonders negativ wird mit großer Wahrscheinlichkeit die Autoindustrie vom Brexit betroffen sein. Letztere exportiert in großem Umfang auf die Insel. Zollschranken würden die Autos teurer machen und die Abfertigung an den Grenzen verzögern. Letztlich würde diese Entwicklung wahrscheinlich auch in Deutschland Jobs kosten. Auf der anderen Seite gibt es Gewinner, die vom Brexit profitieren.

Firmen bereiten sich auf den No-Deal-Brexit vor – und verlegen Werke oder Geschäftssitze Richtung Kontinent. Gerade im Finanzdienstleistungssektor steht Frankfurt am Main in den Startlöchern, um von der Entwicklung zu profitieren und:

  • Broker
  • Fondsverwalter
  • FinTechs

begrüßen zu können, die sich bislang sehr konzentriert in London niedergelassen haben.

Der Handelskrieg zwischen den USA und China

Trade wars concept with American and Chinese flag textured cargo containers clashing. 3D illustration

Foto: Destina– 281658378 / Adobe Stock

Zwischen den USA und China hat es zuletzt heftige Spannungen gegeben. Unter Donald Trump leben protektionistische Strömungen wieder auf. In der Vergangenheit haben beide Kontrahenten sehr deutlich die Muskeln spielen lassen. Sobald die USA Strafzölle ankündigten, zog China nach – und belegte US-Produkte mit entsprechenden Zöllen.

Bei der Bedeutung beider Wirtschaftsnationen liegt auf der Hand, dass solche Reaktionen Erschütterungen durch die globalen Wirtschaftsketten schicken. Neben den Aktienmärkten, die auf solche Ankündigungen sehr feinfühlig reagieren, sind besonders Unternehmen leidtragend, welche Produkte am Weltmarkt handeln, die von Zöllen betroffen sind.

Verbraucher müssen höhere Preise bezahlen

Der Grund ist recht simpel: Werden Produkte mit Strafzöllen belegt, schlägt dies auch auf deren Herstellung durch. Am Ende werden die Produkte in den globalen Wirtschaftskreisläufen teurer. Ein sehr wichtiger Punkt ist zudem die Tatsache, dass durch den globalen Handel heute kaum noch fertige Erzeugnisse in nur einem Land hergestellt werden. Am Ende zahlt – durch verbaute Teile mit Strafzöllen – immer der Verbraucher die höheren Preise einer isolationistischen Politik, von der viele Experten dachten, sie würde der Vergangenheit angehören.

Doch sind auch Unternehmen in Deutschland direkt betroffen. Der folgende beispielhafte Ablauf soll dies verdeutlichen:

  1. die USA erheben einen Strafzoll auf ein chinesisches Produkt
  2. das chinesische Produkt wird in den USA teuer und weniger attraktiv
  3. die Produktion dieses Produktes in China sinkt
  4. weniger Unternehmen entscheiden sich dafür, entsprechende Produkte herzustellen
  5. wichtige Rohstoffe und Maschinen werden in Drittländern (wie z.B. Deutschland) weniger nachgefragt
  6. das Wirtschaftswachstum in allen beteiligten Ländern schwächelt

Auch wenn sich beide Nationen mittlerweile durch ein Abkommen angenähert haben, bleibt die Gefahr weiterer Erschütterungen der Weltwirtschaft im Raum.

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran

US-Präsident Donald Trump setzt auf eine Politik rhetorischer Hammerschläge, um sein Gegenüber an den Verhandlungstisch zu zwingen. Bleibt die bange Frage, wann wieder ein Funke an die Zündschnur zum Pulverfass im Nahen Osten gelegt wird. Mit seinem „Friedensplan“ hat der US-Präsident sicher nicht zur Beruhigung der Lage beigetragen. Und hält einen Konflikt in Bewegung, welcher die Wirtschaft nicht nur 2020, sondern auch weit über dieses Jahr hinaus beeinflussen kann. Angenommen, die USA reagieren – nachdem wieder Ruhe ins politische Geschäft nach dem Amtsenthebungsverfahren kommt – weiter militärisch.

Dann wäre es durchaus möglich, dass der Iran nicht nur weiter an der eigenen Atombombe baut, sondern die globale Wirtschaft angreift. Eine Besonderheit stellt der Handel mit Erdöl dar. In unmittelbarer Nähe des Irans liegen:

  • Ölfelder im Irak
  • Raffinerien in Saudi-Arabien
  • die Straße von Hormus.

Über die Seestraße wird ein erheblicher Teil des internationalen Handelsvolumens verschifft. Eine offene Sperrung oder verdeckte Operationen gegen die Straße von Hormus hätten massive Konsequenzen auf den Handel. Besonders lukrativ erscheinen in diesem Zusammenhang Angriffe auf Tanker.

Hierdurch würde – diese Folge wird wahrscheinlich auch Verbrauchern einleuchten – der Ölpreis deutlich steigen. Je nach Dauer des Konflikts könnte es nicht nur an der Zapfsäule plötzlich sehr viel teurer werden. Auch die Logistikbranche müsste Preise erhöhen – was sich in der Folge auf fast alle Produkte auswirken wird. Am Ende müsste, wenn es zu einem heißen Krieg kommt, die Bevölkerung vielleicht sogar wieder mit Fahrverboten wie während der ersten Ölkrise rechnen.

Rohstoffkrisen: Öl, Seltene Erden & Batterierohstoffe

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran oder die Auseinandersetzung mit China wird offensichtlich aus ganz verschiedenen Gründen geführt. Allerdings haben beide das Zeug dazu, die Weltwirtschaft stark zu bremsen und in eine Rezession zu stürzen. Warum sind diese Konflikte das Spiel mit dem Feuer? Sowohl der Nahe Osten als auch Festlandchina haben im Hinblick auf wichtige Rohstoffe eine große Bedeutung.

Der Nahe Osten ist eine der ölreichsten Regionen der Erde. Auch in China lagern viele Rohstoffe wie Seltene Erden. Außerdem hat das Reich der Mitte bereits zeitig erkannt, wie wichtig eine Kontrolle der internationalen Ressourcen ist. Gerade in Afrika ist China aus diesem Grund sehr aktiv und hat so ein wichtiges Pfand in der Hand.

Ölpreis und Weltwirtschaft: Wo liegt der Zusammenhang?

Dass der Ölpreis einen starken Einfluss auf die Wirtschaft hat, ist der großen Abhängigkeit vom Rohöl geschuldet. Gleichermaßen wird er von politischen und auch gesellschaftlichen Entwicklungen beeinflusst – wie aktuell etwa das grassierende Corona-Virus. Rückkehrer aus China kommen auch nach Germersheim in Quarantäne.

Viele Haushalte verbinden Erdöl in erster Linie mit Benzin oder Diesel. Als fossiler Energieträger treibt Öl aber nicht nur Autos an. In Kraftwerken werden Produkte aus er Ölförderung in Energie umgewandelt, die Haushalte versorgt. Und auch als Schmierstoff ist Öl im Einsatz. Was vielen Verbrauchern nicht bewusst ist: Erdöl ist ein sehr wichtiges Produkt in der chemischen Industrie. So sind Mineralölprodukte unter anderem in:

  • Kosmetik
  • Bekleidung
  • Kunststoffen
  • Reinigungsmitteln usw.

zu finden. Unter den verschiedensten Begriffen wie:

  • Mineral Spirits
  • Paraffinum Liquidum
  • Isoparaffin
  • Microcrystaline Wax
  • Paraffin

taucht Erdöl auf. Und ist nicht nur in Alltagsprodukten zu finden, sondern auch Erzeugnissen für die industrielle Verwendung. Damit treibt ein steigender Ölpreis in vielen Branchen die Kosten vor sich her – und lässt die Preise in vielen Bereichen steigen. Ein Aspekt, der sich am Ende auch auf die Konsumlaune auswirken kann.

Glücklicherweise verfügt Deutschland über ein sehr breit angelegtes Versorgungsnetz, so dass die hiesige Wirtschaft nicht von einzelnen Ländern abhängig ist. Zudem zeigte sich zuletzt eine eher abnehmende Tendenz beim Ölpreis. Darüber hinaus liegt das Preisniveau schon seit Beginn des Jahres 2015 deutlich unter dem Preiskorridor in den Jahren 2011 bis 2014. Dies liegt unter anderem an den USA, die durch Fracking mittlerweile zu einem der größten Erdölexporteure der Welt geworden sind.

Trotzdem könnten größere Krisen in den ölproduzierenden Staaten eine Entwicklung auslösen, die das Ölpreisniveau wieder ansteigen lässt.

Nord Stream 2: Ein geopolitisches Schauspiel

Rohstoffe haben ein Konfliktpotenzial. Neben dem Öl wird dies auch beim Erdgas deutlich. Russland ist einer der Hauptproduzenten. Aber auch in den USA wird Gas unter anderem durch Fracking gewonnen. Dieses wollen die Hersteller ebenfalls gern auch in Europa und Deutschland verkaufen. Doch anders als das US-Gas, welches mit Schiffen transportiert wird, könnte Russland über die Pipeline Nord Stream 2 bald einen Vorteil haben.

Die USA kritisieren den Bau seit längerer Zeit. Und haben 2019 zu radikalen Mitteln gegriffen – Sanktionen gegen Firmen, welche an der Pipeline bauen. Bei der Auswahl von Sanktionen sind die USA rabiat vorgegangen. Inzwischen wird laut Presseberichten mit einer Fertigstellung erst 2021 gerechnet. Die Wirtschaft warnt bereits davor, dass ohne die Pipeline wichtige energiepolitische Ziele nicht mehr zu erreichen sind.

Batterierohstoffe – Kontrolle aus Asien

Die Bundesregierung will mit einem Maßnahmenpaket die Klimawende doch noch schaffen. Sie setzt hierfür unter anderem auf Elektromobilität. E-Cars sollen dabei helfen, Emissionen zu reduzieren. Wesentliches Kernelement der Elektroautos sind Batterien. Für deren Herstellung sind verschiedene Rohstoffe – wie beispielsweise Lithium notwendig.

Steigende Rohstoffpreise sind in diesem Zusammenhang nur eine Sorge, welche viele Unternehmen umtreibt. Sobald sich – wie beispielsweise bei:

  • Seltenen Erden
  • Platin
  • Platingruppen-Elemente

die Verfügbarkeit auf wenige Länder konzentriert, kann der Rohstoff zum Druckmittel werden. Länder können, um eigenen Argumenten mehr Nachdruck zu verleihen, den Zugang zu diesen Rohstoffen sperren.

Aus diesem Grund suchen inzwischen viele Firmen nach Alternativen. Eine Tatsache, die auch für Sachsen einen Aufschwung bedeuten könnte. Gerade das Erzgebirge verfügt nach wie vor über Lagerstätten, aus denen sich beispielsweise Lithium gewinnen lässt. Bereits in wenigen Jahren könnte hier laut MDR mit dem Abbau – etwa im sächsischen Örtchen Zinnwald – begonnen werden.

Corona-Virus: Zusätzliche Hürden für die Weltwirtschaft

In China wütet seit Ende 2019 das Corona-Virus und hat bereits mehrere hundert Tote gefordert. Im Land und international sind verschiedene Maßnahmen angelaufen, um den Ausbruch unter Kontrolle zu bekommen. Hierzu gehört eine Quarantäne ganzer Landstriche. Betroffen sind davon auch Werke von Unternehmen, die in China für den Weltmarkt produzieren.

Wie stark das Virus die Wirtschaft beeinflussen kann, hat der Handelsstart an den chinesischen Börsen nach dem Neujahrsfest gezeigt. Die Kurse drehten umgehend ins Minus, die Börsen schlossen tiefrot.

Die genauen Auswirkungen auf die Wirtschaftsleistung binnen Jahresfrist sind aktuell schwer einzuschätzen. Einerseits hat die Krise ihren Höhepunkt noch nicht erreicht. Auf der anderen Seite ist es schlicht für Spekulationen zu früh – weil einfach verlässliche Zahlen fehlen. Experten rechnen zwar damit, dass die chinesische Wirtschaft einen Dämpfer bekommt. Von einem Zusammenbruch oder Schockwellen rund um den Globus wird allerdings nicht ausgegangen.

Hausgemachte Probleme:
Wie Staat und Wirtschaft die Krise verstärken

Elektroautos an Ladestation auf Firmengelände im Gegenlicht – Electric Car at Charging Station

Petair– 267275166 / Adobe Stock

Bremsen für die wirtschaftliche Entwicklung kommen nicht nur aus dem Ausland. Auch in Deutschland gibt es Punkte, welche die Konjunktur und Entwicklung beeinflussen. Hierzu gehören:

  • hohe Steuern
  • fehlende Strukturreformen
  • Behördendschungel.

Gerade in Regionen, die derzeit beispielsweise noch sehr stark von der Braunkohle abhängen, wären schnelle Maßnahmen für den Strukturwandel wichtig. Der Kohleausstieg ist mittlerweile nämlich beschlossene Sache. Für Arbeitnehmer aus Sachsen, die in den Revieren ihr Geld verdienen, wäre eine Zukunftsperspektive von großer Bedeutung.

Aber auch die Bürokratie und Auflagen werden immer wieder als Hemmschuh für Innovationen und neue wirtschaftliche Impulse angesehen. Hier wünschen sich viele Unternehmen endlich eine Verschlankung der Verwaltung.

Die Autobranche verschläft die Entwicklung

In den letzten Jahren ist viel über E-Cars geredet worden. Mittlerweile wird deutlich, dass die Umstellung der Fertigung Auswirkungen auf den sozialen Frieden haben kann. Denn in Elektroautos stecken deutlich weniger Bauteile als in herkömmlichen Pkw. Damit brauchen die Hersteller auch weniger Personal. Hierfür müssen Lösungen gefunden werden.

Diese sollten sozial verträglich sein. Andernfalls drohen sehr viel mehr Arbeitslose, was am Ende auch den privaten Konsum abwürgt. Die deutschen Autobauer laufen der Entwicklung inzwischen in vielen Bereichen hinterher. Deutlich wird dies unter anderem daran, dass der US-Autobauer Tesla mittlerweile beim Börsenwert auf Augenhöhe mit VW liegt. Die Unternehmen müssen nicht nur an einem Ausbau der Modellpalette arbeiten. Auch die Fertigung braucht in vielen Bereichen eine Frischzellenkur – mit neuen Ideen. Andernfalls wandern die Autobauer aufs Abstellgleis.

Fazit: Herausforderungen für die Wirtschaft in Sachsen

Die Entwicklung der Weltwirtschaft hat scheinbar einen Scheideweg erreicht. Mit dem Brexit und Donald Trump als US-Präsident haben die Gegner der globalen Handelsströme an Profil gewonnen. Deutlich spürbar wird dies durch Strafzölle, mit denen sich die USA und China belegen. Und auch Großbritannien möchte sich gerne bei zukünftigen Handelsgesprächen mit der EU nur die besten Stücke aus dem Kuchen picken.

Gleichzeitig sorgt der Wettlauf um Rohstoffe dafür, dass sich die Spannungen nicht einfach abbauen. Für die sächsische Wirtschaft ist diese Gemengelage eine Herausforderung, da verschiedene Unternehmen global agieren. Auf der anderen Seite kann diese Entwicklung aber auch eine Chance sein. Besonders beim Lithium und im Bereich digitaler Technologien wird deutlich, dass Sachsen Potenzial hat, sein Profil zu schärfen und sich als Wirtschaftsstandort neu zu definieren.